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Meine Backup-Nemesis

Geschrieben am 18. Mrz 2009 von Cem Derin

Ich gebe es zu: Ich bin eine Backup-Niete. Ich lege Backups immer nur sporadisch, schlampig und hastig an. Und meistens arbeite ich an dieser Strategie nur, wenn ich einmal auf Backups angewiesen war und – Überraschung – keine zur Verfügung hatte. Beruflich ist das kein Problem: Da übernehmen andere Leute die Arbeit für mich. Leute, die Ahnung von dem haben was sie tun – und keine Ahnung von dem was ich tue. Aber privat ist und war das schon immer ein Problem (vor allem in meiner Freelancer-Zeit).

Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich mich immer irgendwie aus dem ärgsten rauswinden konnte. Quelltexte hatte ich verstreut zwischengelagert und konnte das meiste innerhalb einer angemessenen Zeitspanne wieder zusammenklauben. Layouts waren irgendwo mal als eMail verschickt worden, wenn auch in früheren Versionen. Und eMail-Korrespondenz hat man durch Weiterleitungen ohnehin auf mehreren IMAP-Servern.

Da ich in vielen Bereichen meines digitalen Lebens ein pedantisches Arschloch bin und auf meinem Desktop mehr Ordnung herrscht als in meiner WG-Stube, meine MP3′s wie meine Platten penibel nach Jahrgang und Genre Sortiert sind, ist mir das Thema Backups immer ein übles Dorn im Auge gewesen und befleckte meine ansonsten blütenweiße Nerdweste. Aus diesem Grund will ich mal meine (laut Feedbruner nicht mehr so kleine) Leserschaft zu rate ziehen, und mir ein paar Best Practices für “Desktop”-Backups abholen. Evtl. gibt es ja auch ein paar Buchempfehlungen o.ä. ;-)

Ich freue mich schon.


#001
19. Mrz 2009
Max

Du hast doch nen Mac. Da ist wohl TimeMachine das einfachste.

Ansonsten für die ganzen faulen kann ich folgendes empfehlen, allerdings nicht gerade speicherplatz sparend: Hau dein komplettes Homedirectory in ein DVCS wie git oder mercurial. So hast du einerseits ne komplette History von deinem Home und nen backup auf ner externen HDD.

Ich mach selbst so und es ist sehr toll mal seinen Desktop vor drei Wochen nochmal anzuschauen :)

Allerdings die MP3 oder die Filmsammlung würde ich anderst sichern, kannst du ja “Mathusalem” für Mac o.ä. verwenden.


#002
19. Mrz 2009

Ganz einfach:

- Backups immer automatisieren, sonst nerven die.
- Immer eine zweite *grosse* Platte kaufen
- Backups immer täglich machen, sonst fehlt was.
- Backups nur in einem Format machen, was auch ohne Zusatzsoftware lesbar. ist.

Timemachine ist m.E. die beste und vor allem *schnellste* Backup-lösung, die als single-user-Lösung je gebaut wurde. Aufm PC wird es wie immer unangenehm (miese Freeware und noch schlechtere Shareware wochenlang testen, sich ärgern, selbst ein Skript schreiben, sich nochmal ärgern ..:)


#003
19. Mrz 2009

Meine “Strategie”: Regelmäßig auf externer Festplatte, etwas unregelmäßiger noch zusätzlich auf DVD. Auch nicht das gelbe vom Ei. Warte also hier in den Kommentaren auf die ultimative Lösung :D


#004
20. Mrz 2009

Egal wie, nur mach es!

Mir ist einmal eine Platte ohne neueres Backup gecrasht, es war mehr oder weniger Glück, dass daraus nicht der Super GAU wurde.
Ein Jahr später der nächsten Plattencrash. Da hatte ich glücklichweise 2 Tage vorher alles auf einen neuen Rechner umgezogen – eine glückliche Vorsehung.
Inzwischen auf “total Mac” umgestiegen bin ich froh um die Time Machine und zwei richtig große externe Platten. Nebenbei sichere ich gelegentlich noch auf einen anderen Rechner. Die Paranoia braucht’s auch nicht, finde ich.
Trotz allem: Nie mehr – nie mehr ein Tag ohne. Egal wie.

Ansonsten träume ich immer noch meinen Traum von Drobo…


#005
21. Mrz 2009

Ich kann nur Zustimmen: Backups sind wirklich Lebensnotwendig. Dazu muß nicht mal eine Platte kaputtgehen, eine verhunzte Datei reicht.

Ich neige auch zum Backup-schlampen aber hab mir mittlerweile einen wöchentlichen “Backup-Tag” angewöhnt, den ich zur Zeit mehr schlecht als Recht aber doch einhalte. (Der Löwenanteil meiner Arbeit existiert durch von FTP-Uploads und ein Remote-Subversion-Repository ohnehin in doppelt kopierter Form).

Am Backup-Tag wird:
- Das IMAP-Postfach gesichert
- Die per Cron-Job produzierten Datenbank-Dumps von Produktivumgebungen heruntergeladen
- Die virtuelle Windows-Maschine im Web, in der mein Subversion-Repository liegt, heruntergeladen (Wenn ich im Virtuozzo-Interface mal herausgefunden habe, wie)
- Die lokalen Arbeitsdateien (Notizen, Kundenmaterial, große Grafiken usw.) werden gesichtet (Warum sind das plötzlich 9 GB?) und unnötige große Brocken, die man sich mal kurz entpackt hat, gelöscht.

Das alles kommt dann mit dem wirklich tollen Programm Personal Backup (http://personal-backup.rathlev-home.de/), das auch Verschlüsseln kann (was ich aus Ungeduld aber nie nutze) inkrementell wechselweise auf den IPod oder einen von zwei USB-Sticks, die ich für diesen Zweck von zuhause mitbringe und auch dorthin wieder mitnehme.

Alle paar Monate mache ich von obengenannten Orten eine Komplette (nicht inkrementelle) sicherung auf 4-5 DVDs und schließe diese zuhause ins Schränkchen. Dafür nutze ich Zip Backup To CD (http://www.zip-backup.com) aber es gibt bestimmt auch andere Lösungen dafür.

Ich habe zusätzlich das Glück, daß ein Bürokollege ein NAS hat, das er täglich austauscht. Auf dieses mache ich immer beim Runterfahren der Arbeitsstation eine inkrementelle Sicherung der wichtigsten Dateien.

Automatisierung ist gut und im Alltag wichtig, aber ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, einen regelmäßigen Termin festzulegen, bei dem ich eine Backup-Todo-Liste abarbeite. Dabei sichte ich die Daten und entferne überflüssiges. Das ist wie Küche putzen quasi. Zumindest bei meiner verteilten Datenhaltung – Arbeitsstation, Notebook, Webspace hier, Repository dort, Mail-Postfächer da, noch zwei Kundensites, um die man sich kümmert – geht es auch gar nicht anders.

Ich persönlich hab jahrelang nach dem richtigen Backup-Programm gesucht und bin wie gesagt mit Personal Backup extrem zufrieden. Es ist kostenlos, extrem vielseitig – es kann Verschlüsselung, Mail-Benachrichtigung, Backup auf FTP, vom USB-Stick starten, Wildcards für Windows-Systemordner – und der Autor ist sehr nett.
In der Linux-Welt gibt es bestimmt auch noch mächtigere Tools.

Meine Grund-Tips sind folgende:

- Gestalte die Lösung so, daß sie nicht anstrengend ist. Sonst hält sie nicht lange.

- Wenn Du Live-Backups mit einer USB-Platte o.ä. machst, sichere ab und zu trotzdem den kompletten Stand auf ein Medium, das du nicht veränderst. Mindestens halbjährlich.

- behalte dabei im Auge, daß alle handelsüblichen digitalen Datenträger eine begrenzte Lebensdauer haben und mit den Jahren an Integrität verlieren. (Eigentlich müßte man alle Jahre Backups seiner alten Backups ziehen.)

- Teste ab und zu aus, ob sich die gesicherten Daten auch wieder 1:1 zurückspielen lassen. Das gilt vor allem für mySQL-Dumps, Postfächer und dergleichen.


#006
21. Mrz 2009
unset

@Max: Leider nein. Derzeit bin ich noch Windows (und dann und wann Linux) User. Der Umstieg steht aber bevor. Zumindest testweise.
@Mario: Timemachine ist eines der Sachen, auf die ich am gespanntesten bin, bei meinen ersten Mac-Gehversuchen ;-)
@Pekka: Danke erst einmal für deinen umfangreichen Kommentar. Das ist ja fast schon einen eigenen Artikel Wert ;-)
Generell fahre ich da die Schiene von Mario: Ich hab keinen Bock, mich selbst um sowas zu kümmern. Monotone und stupide Arbeit liegt mir halt nicht. Und jeden Freitag Dateien hin und her zu kopieren finde ich verdammt monoton und stupide ;-) Ich bekomme ja schon einen Rappel, wenn ich Datenbanken synchronisieren muss, und das länger als 2 Minuten dauert (zwei Minuten rumsitzen und einem Balken zugucken lässt einem zwei Minuten verdammt lange vorkommen)

Aber jetzt habe ich zumindest etwas Input. Danke :)


#007
21. Mrz 2009

Ich sage nur, wie manche Vorredner:

Mac -> Time Machine

Um nichts kümmern müssen, außer ne externe Festplatte anschließen :)

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theme von mir, software von wordpress, grid von 960 grid system. funktioniert in allen browsern, aber der safari bekommt das mit der schrift am schönsten hin.