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Von Eastereggs und wie man sie verstecken kann

Geschrieben am 16. Dez 2009 von Cem Derin

Uns Entwicklern wird oftmals abgesprochen, dass wir Kreativ sind. Das erkennt man leider schon oft daran, dass in den meisten Agenturen zwischen „Kreativen“ und „Entwicklern“ unterschieden wird. Dabei ist das alles andere als Gerechtfertigt. So verstehen wir unser Handwerk ebenfalls als eine „Kunstform“, erkennen in schönem Code Ästhetik, wo das ungeschulte Auge nur wirre Zeichenfolgen sieht. Investieren wir doch viel Liebe und Herz in den Aufbau und die Gestaltung unserer Applikationen ist es letztlich am Ende für den Anwender doch nur ein Werkzeug. Mich persönlich stimmt es dann und wann traurig, wenn der Betrachter das Kunstwerk, das man geschaffen hat nicht würdigt – oder würdigen kann. Aber daran wird man wohl auch nie etwas ändern können: Das was für die meisten an Software „schön“ ist, ist in der Regel nicht einmal die Software selbst sondern eben das, was die „Kreativen“ dazu beigetragen haben.

All das soll mich aber nicht daran hindern, meine Signatur unter das zu setzen, was ich schaffe. Damit meine ich nicht meinen Namen in den Kommentaren, damit meine ich auch nicht, dass ich ans Dokumentende ein pubertäres „hacked together by Cem Derin“ klatsche. Oftmals ist das ja auch gar nicht möglich. Nein, ich meine, dass ich meine Handschrift so hinterlasse, dass Sie zwar Sichtbar ist – aber trotzdem auch Unsichtbar. Dazu bediene ich mich dem, was gemeinhin als „Easteregg“ bekannt ist. So stelle ich sicher, dass meine Software von den Leuten gewürdigt werden kann, die dazu auch in der Lage sind.

Viele Seiten beinhalten einen kleinen Scherz, einen Kommentar, einen Witz oder ähnliches, wenn man bestimmte Tastenkombinationen auf einer Seite betätigt. Das hat den Nachteil, das ein gewisser Anteil JavaScript nachgeladen werden muss und man ggf. auch Resourcen einbettet, die kein Mensch freigegeben hat. Da man sowas natürlich auch nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, hatte dies zur Folge, dass meine Eastereggs so versteckt waren, dass sie keiner Gefunden hat.

Irgendwie hat auch das geschlaucht. Da gab es dann aber noch eine andere Möglichkeit, wie man ein Easteregg unterbringen kann: ASCII-Art. Obwohl, nicht direkt. Im Grunde meine ich nur das hinzufügen von zusätzlichem Whitespace. Man verändert den Inhalt nicht, sondern lediglich die Formatierung, so dass dem Betrachter eine Botschaft ohne jegliche Nebenwirkungen übermitteln kann.

Dazu habe ich ein kleines Programm geschrieben, dass zwar noch alles andere als ausgereift ist, aber seinen Zweck trotzdem schon erfüllt. Zu finden ist es hier. Und wer sich nun fragt, was das Ding macht – der schaue sich den Quelltext dieses Beitrags an =)

Übrigens: Die Textbasis ist derzeit die, die ihr hier grade lest. Das wird sich aber bald ändern. Außerdem stehen die Einstellungsmöglichkeiten noch nicht zur Verfügung – denn um ein halbwegs zufrieden stellendes Ergebnis zu erzielen, muss man ganz schön den Parametern rumjustieren.


#001
16. Dez 2009

Damit WP die Formatierung beim Edit nicht kaputt macht, den Nachtrag als Kommentar: Den Code gibt es nicht! Ich finde, das sollte man dann schon selbst machen ;-)

#002
16. Dez 2009

[...] Blog hast du zuletzt gelesen? Den Blog vom phpHacker mit dem Artikel “Von Eastereggs und wie man sie verstecken kann“, weil dieser Artikel, grade beim schreiben über Twitter rein [...]


#003
16. Dez 2009
Ben

Hallo,
ich programmiere selber noch nicht sehr lange und habe mir bisher keine Gedanken über Eastereggs oder ähnliches Gemacht. Aber wenn man schon so leicht und Ressourcen-schonend ein wenig kreativ sein kann, werde ich das auch! ;) Also vielen dank für deine Anregung und “Den Code gibt es nicht! [...]selbst machen” – wenn man ein Easteregg versteckt, sollte es doch auch das eigene sein, von daher finde ich das sogar ganz gut! ;) (obwohl mich die umsetztung interessieren würde ;) )

mfg
Ben


#004
15. Dez 2010
knalli

Wir haben damals in das Produkt (Standalone Java/Swing Anwendung) der Diplomarbeit ein Easteregg versteckt — es ist “nur” ein alternatives Logo, welches etwas weniger, sagen wir mal, “formal” ist. Versteckt an einer üblichen Stelle.

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theme von mir, software von wordpress, grid von 960 grid system. funktioniert in allen browsern, aber der safari bekommt das mit der schrift am schönsten hin.